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    Kieler Bagaluten von Cornelia Leymann und Henning Schöttke

    Bagaluten finden sich in der besten Nachbarschaft

    Da gönnt sich Frau Heerten nur mal eben ein paar Eierlikörchen und ein bis zwei Klosterfraumelissengeist, setzt sich ins Auto und erwischt prompt Maunzi, die Katze der Nachbarskinder. Die muss natürlich weg, bevor die lieben Kleinen merken, dass Frau Heerten für ein verfrühtes Ableben der Fellnase gesorgt hat. Natürlich unbeabsichtig, aber doch alkoholisiert. Also soll Maunzi ein würdiges Grab an der Alten Levensauer Hochbrücke finden. Maunzi kommt also unter die Erde, doch beim Buddeln entdeckt Frau Heerten unter anderem ein altes Portemonaie. Der Name auf dem darauf enthaltenen Ausweis kommt ihr bekannt vor. War dieser Martin Szupryczynski nicht einmal ein Lover ihrer Tochter Karin, die nicht mit ihr spricht? Sabine Heerten beginnt nachzuforschen und stösst auf Mord, Einbruch, einen deutlich jüngeren Liebhaber und noch so einige Vorkommnisse, die man in der beschaulichen Suchsdorfer Nachbarschaft so gar nicht vermutet. Bagaluten finden sich halt überall.

    Gleich vorweg, ich habe mich lange nicht so gut bei einem Krimi amüsiert. Anfangs täuschen der ironische Plauderton und das Kieler Lokalkolorit darüber hinweg, dass es sich um einen Krimi handelt und zwar um einen ausgesprochen spannenden.

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    The Horseman’s Word Schottische Storys vom Brian McNeill

    Eine Hommage an Falkirk und die Sprache, die dort gesprochen wird

    Brian McNeill hat die Geschichten in diesem Buch seiner Heimatstatdt Falkirk und deren Umgebung gewidmet und der Sprache, die dort gesprochen wird. Es ist eine Reise durch die Jahrzehnte, da ist, die nahezu an Thomas Hardy erinnernde Titelgeschichte „The Horseman’s Word“ (Das Wort des Pflügers) die um 1913 herum spielt, gefolgt von „Bitte Auffordern“ (Take your partners) in der der Autor in das Falkirk von 1955 springt und so geht es weiter bis 2016, wo Scraps – The Fighter of many battles, sein letztes Gefecht kämpft. Diese Geschichte ist aus der Sicht des Katers Scraps erzählt, den Leser!nnen von Brian McNeills Büchern bereits aus „In the grass …“ (Schlange am Busen) kennen.

    Das der Autor dieser Geschichten Musiker ist, merkt man an jedem Satz. Jede Geschichte hat ihre eigene Melodie und diese hallt nach. Diesen Sprachrhytmus, ganz zu davon schweigen, den Dialekt ins Deutsche zu übertragen, ist wunderbar gelungen. Julian Haefs, der, wie er schreibt „von seiner ehrwürdigen Tante Gabriele angestiftet wurde“, sich an den Übersetzungen zu beteiligen, hat sich ausgezeichnet bewährt. Für Shaft (1979) hat er genau den richtigen Ton getroffen.

    Fazit: Unbedingt lesen