• Roman,  Sachliches,  Sagen und Märchen,  Uncategorized

    Ein neues Lesejahr

    … und es beginnt großartig. Hier ein kleiner Eindruck was sich gerade bei mir tummelt.

    Genaueres schreibe ich zu den Büchern, wenn ich sie gelesen habe. Gerade lese ich „Die verborgenen Stimmen der Bücher“ von Bridget Collins, Übersetzerin: Ulrike Seeberger, erschienen im Aufbau Verlag. Dazu kommt die nächsten Tage ein Beitrag.

    Ich habe eine ausgeprägte Neigung, neben belletristischen Werken Sachbücher zu lesen. Gerne parallel, komischer Weise Romane im Bett und Sachbücher am Schreibtisch. China und Japan von Kai Vogelsang ist gerade dran.

    Euch allen ein reiches literarisches, gesundes, wundervolles 2021

  • Roman,  Uncategorized

    Die Vögel von Tarjei Veesas

    Die Geschwister Mattis und Hege leben etwas außerhalb des Dorfes. Sie haben es nicht leicht, denn Geld ist rar und die Last für das für das Materielle zu sorgen liegt in erster Linie bei Hege, denn Mattis ist verloren in eine Kinderwelt und die Natur. Wenn er einmal Arbeit auf einem der umliegenden Höfe findet, ist es nicht für lange und eingestellt wird er meist aus Mitleid. Der Dussel wird er genannt und ist sich seines anders seins durchaus bewusst. Mattis liebt die Natur und er fürchtet Gewitter. Überall sieht er Zeichen und versucht den Sinn der Dinge zu entschlüsseln. Als eines Tages eine Schnepfe ihre gewohnte Flugbahn über dem Haus ändert, ist er sich sicher, das es ein Zeichen ist. Etwas wird sich ändern. Mattis schwankt zwischen Hoffen und Bangen.

    Tarjei Veesas ist in seiner Heimat einer Norwegen einer der ganz großen Autoren, aber seltsamer Weise hier zu Lande nahezu unbekannt. Dabei verdient dieser Autor eine ganz große Bühne. K. O. Knausgard hat „Die Vögel“, als den wichtigsten norwegische Roman bezeichnet. Ob er das ist, weiß ich nicht, ganz sicher ist es eine der berührendsten Geschichten, die ich jemals gelesen habe. Trajei Veesas Sprache ist schlicht und entfaltet trotzdem, vielleicht auch gerade deshalb, einen fast hypnotischen Sog. Ehe man sich versieht, befindet man sich in Mattis Welt, die man selbst dann nicht so ganz verlässt, wenn man das Buch aus der Hand gelegt hat.

  • Uncategorized

    Kieler Bagaluten von Cornelia Leymann und Henning Schöttke

    Bagaluten finden sich in der besten Nachbarschaft

    Da gönnt sich Frau Heerten nur mal eben ein paar Eierlikörchen und ein bis zwei Klosterfraumelissengeist, setzt sich ins Auto und erwischt prompt Maunzi, die Katze der Nachbarskinder. Die muss natürlich weg, bevor die lieben Kleinen merken, dass Frau Heerten für ein verfrühtes Ableben der Fellnase gesorgt hat. Natürlich unbeabsichtig, aber doch alkoholisiert. Also soll Maunzi ein würdiges Grab an der Alten Levensauer Hochbrücke finden. Maunzi kommt also unter die Erde, doch beim Buddeln entdeckt Frau Heerten unter anderem ein altes Portemonaie. Der Name auf dem darauf enthaltenen Ausweis kommt ihr bekannt vor. War dieser Martin Szupryczynski nicht einmal ein Lover ihrer Tochter Karin, die nicht mit ihr spricht? Sabine Heerten beginnt nachzuforschen und stösst auf Mord, Einbruch, einen deutlich jüngeren Liebhaber und noch so einige Vorkommnisse, die man in der beschaulichen Suchsdorfer Nachbarschaft so gar nicht vermutet. Bagaluten finden sich halt überall.

    Gleich vorweg, ich habe mich lange nicht so gut bei einem Krimi amüsiert. Anfangs täuschen der ironische Plauderton und das Kieler Lokalkolorit darüber hinweg, dass es sich um einen Krimi handelt und zwar um einen ausgesprochen spannenden.

  • Uncategorized

    The Horseman’s Word Schottische Storys vom Brian McNeill

    Eine Hommage an Falkirk und die Sprache, die dort gesprochen wird

    Brian McNeill hat die Geschichten in diesem Buch seiner Heimatstatdt Falkirk und deren Umgebung gewidmet und der Sprache, die dort gesprochen wird. Es ist eine Reise durch die Jahrzehnte, da ist, die nahezu an Thomas Hardy erinnernde Titelgeschichte „The Horseman’s Word“ (Das Wort des Pflügers) die um 1913 herum spielt, gefolgt von „Bitte Auffordern“ (Take your partners) in der der Autor in das Falkirk von 1955 springt und so geht es weiter bis 2016, wo Scraps – The Fighter of many battles, sein letztes Gefecht kämpft. Diese Geschichte ist aus der Sicht des Katers Scraps erzählt, den Leser!nnen von Brian McNeills Büchern bereits aus „In the grass …“ (Schlange am Busen) kennen.

    Das der Autor dieser Geschichten Musiker ist, merkt man an jedem Satz. Jede Geschichte hat ihre eigene Melodie und diese hallt nach. Diesen Sprachrhytmus, ganz zu davon schweigen, den Dialekt ins Deutsche zu übertragen, ist wunderbar gelungen. Julian Haefs, der, wie er schreibt „von seiner ehrwürdigen Tante Gabriele angestiftet wurde“, sich an den Übersetzungen zu beteiligen, hat sich ausgezeichnet bewährt. Für Shaft (1979) hat er genau den richtigen Ton getroffen.

    Fazit: Unbedingt lesen