• Krimi

    Stadt, Land, Raub von Marcie Rendon

    Renee Blackbear aka Cash, geht aufs College, ihr Auskommen finanziert sie mit Landarbeit und Billardspielen. Cash ist eine Einzelgängerin. Aufgewachsen ist sie in den verschiedensten Pflegefamilien, in denen sie Übergriffe und Gewalt erlebt hat, bis sie schließlich von Sheriff Wheaton in eine eigene Wohnung verfrachtet und ermutigt wurde aufs College zu gehen. Cash hat es nirgends einfach, Sicherheit und Zugehörigkeit kennt sie nicht. Weder zu den anderen indianischen StudentInnen noch zu ihren Kneipenkumpels. Wirklich nahe ist ihr nur, als eine Art Vaterersatz, Sheriff Wheaton. Ebenfalls ein native American. Er ist es auch, der sie um Hilfe bittet, als am College plötzlich ein Mädchen verschwindet und kurze Zeit darauf ein weiteres.

    Die Geschichte spielt 1970. Eine aufregende Zeit, nicht nur für Cash. Sie ist die die am Rand steht, die immer wachsam ist, die ihre Geschichte, eine die es durch die Zwangsadoptionen und das Pflegefamiliensystem dieser Zeit viel zu viele gibt, in denen so viele Kinder der mit indianischen Wurzeln traumatisiert und eben dieser Wurzeln beraubt wurden. Cash ist auch keine typische Detektivin, wie auch Stadt Land Raub kein typischer Krimi ist, denn den klassichen Ermittler, die klassische Ermittlerin gibt es nicht. Das Cash sich auf die Suche nach den verschwundenen Mädchen macht, ist eher ihrer Neugier geschuldet, als dem Wunsch kriminalistisch tätig zu werden.

    Stadt Land Raub ist Marcie Rendons zweites Buch um Cash, eine sehr intelligente junge Frau, die Kette raucht, Bier trinkt, Billard spielt und studiert. Leider habe ich den Vorgänger nicht gelesen, was ich allerdings so schnell wie möglich nachholen werde. Im Grunde hat mir alles an diesem Buch gefallen. Marcie Rendon beschreibt ihre Protagonistin als eine junge Frau, die zwar Opfer eines unmenschlichen Systems wurde, aber nicht bereit ist Opfer zu sein, sondern ohne Larmoyanz ihr Leben und die Chancen die sich ihr bieten annimmt.

  • Krimi

    Blumberg 2 von Andreas Niedermann

    Der Onkel von Demian Hesse liegt durch einen mysteriösen Unfall im Koma. Isa Blumberg, Ex-Punkerin, nicht ganz freiwillige Pflegemutter einer fast 18-jährigen, ehemalige Journalistin und depressiv, nimmt den Auftrag an die Umstände zu ermitteln. Sie hat gute Gründe Wien für eine Zeit zu verlassen, denn es gibt da eine gewisse Weste in der sich Geld befindet, ein Überbleibsel des vorherigen Falls, von dem sie sich recht freizügig bedient hat und dieses Geld gehört nicht sehr netten Leuten. Also nimmt die den Auftrag an, um den Westeninhalt wieder aufzufüllen. Natürlich geht bei Isa Blumberg wie immer nichts einfach glatt. Da ist eine Ex-Geliebte, die sich bei ihr einquartiert. Ganz zu schweigen von Düzen, der türkischen Taxifahrerin, die bereits in Blumberg 1 mit von der Partie war. Düzen hat mitsamt Baby Ferry ihren Mann verlassen und besteht darauf Isa zu begleiten, was die Ermittlungen nicht einfacher macht.

    Blumberg 2 – Die Wachswalze schließt direkt an Teil 1 an. Sicher lässt es sich unabhängig von diesem lesen, allerdings werden Direktleser und -leserinnen versucht sein, sofort Teil 1 zu ordern, um näheres über die Charaktere zu erfahren. Andreas Niedermann hat Suchpotential und so ist es sehr zu begrüßen, dass es auch einen Blumberg 3 geben wird.