Die Ermorderung des Commendatore – Teil 1 von Haruki Murakami

Der Ich-Erzähler in Die Ermordung des Commendatore I – Die Idee erscheint ist ein Porträtmaler, der sich nach dem Scheitern seiner Ehe in das Haus des Vaters eines Freundes zurückgezogen hat. Dieser Vater war, bevor er in die Demenz versank, einer der anerkanntesten Maler des japanischen Nihonga Stils. Der Ich-Erzähler, Namen werden nicht genannt, findet in dem Haus ein Gemälde mit dem Titel Die Ermordung des Commendatore und erkennt, dass der Künstler hier eine Szene aus Don Giovanni im Nihonga Stil gemalt hat. Er ist fasziniert von dem Bild, vertieft sich mehr und mehr in es und rätselt über dessen Geschichte. Plötzlich erhält er das Angebot einen Unbekannten zu porträtieren. Nicht zuletzt, wegen des hohen Honorars akzeptiert er und lernt Herrn Menshiki kennen, der, wie sich herausstellt, ganz in seiner Nähe lebt. Plötzlich ereignen sich merkwürdige Dinge im Haus, nachts erklingt zu einer bestimmten Zeit eine Glocke, doch niemand befindet sich in der Nähe und eine Puppe taucht auf, die sich die Idee nennt, sie hat die Gestalt des Commendatores aus dem Gemälde …

Das Buch lässt mich merkwürdig zerrissen zurück. Einmal hatte ich es schwer in die Geschichte herein zu kommen, dann allerdings entwickelte sie einen starken Sog und ich dachte, toll, gefällt mir sehr, doch so wie ich es zur Seite legte, fragte ich mich was ich denn so toll daran gefunden hatte. Sicher die Geschichte zieht einen hinein, doch wenn man einiges von Murakami gelesen hat, kommt einem vieles bekannt vor. Die Symbolik, die in Sachen Krisen- oder Vergangenheitsbewältigung durch die Gegend reisende und sich schließlich  irgendwo niederlassende Hauptperson, die fantastische Ebene, ein geheimnisvoller Fremder. Alles ist da. Vielleicht ist es zu früh, ein abschließendes Urteil zu fällen, denn es wird ja einen zweiten Teil geben, der erste endet mit einem Cliffhänger, aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass da ein geschickter Handwerker ins Ideenlager gegangen ist, einiges zusammengerafft hat und daraus unter Zugabe einer Menge heißer Luft, ein Netz gewebt, das den Leser, die Leserin, schnell gefangen nimmt. Doch ist das Material brüchig und man ist schnell wieder befreit.

Die Ermordung des Commendatore I – Die Idee erscheint

Autor: Haruki Murakami

Übersetzung aus dem Japanischen: Ursula Gräfe

Dumont Verlag

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